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Gartner ersetzt ECM durch Content Services

By Ulrich Kampffmeyer posted 01-05-2017 07:08

  

Michael Woodbridge von Gartner hat es nun offiziell gemacht - Gartner ersetzt für ihre Studien und den Quadranten den Begriff ECM Enterprise Content Management durch Content Services. "ECM is Dead!". Macht dies Sinn?

Wir hatten schon vor einiger Zeit über Diskussionen bereichtet, was denn nun in Zukunft bei Gartner aus ECM wird. Der Begriff "Content Services" taucht bereit im Bericht zum ECM Magic Quadrant auf (http://bit.ly/ECM-MQ-revisited) und verschiedenen Diskussionen (http://bit.ly/GartnerHC16) auf. In seinem Blogbeitrag (bit.ly/Gartner-ECM) führt Woodbridge eine Reihe von Gründen auf, so z.B.

<Zitat> 

... ECM is now dead (kaput, finite, an ex-market name), at least in how Gartner defines the market. It’s been replaced by the term Content Services, a strategic concept that covers three aspects, namely Content Services Applications, Platforms and Components. The following Gartner note: Reinventing ECM: Introducing Content Services Platforms and Applications provides more details so I won’t go into them here. Rather, I did want to summarize how this alternative strategic approach provides organizations with a more practical way to achieve the benefits promised by the original vision of ECM. The king is dead, long live the king!

What do I mean by this? Well, the overarching business goals many strive to achieve with an ECM strategy are desirable in all organizations. The most common realization of the strategy formerly known as ECM was to provide a centralized enterprise (the E in ECM) wide platform that could meet one or all of the following primary goals associated with the utilization of “content”:

- Regulatory compliance and risk management

- Retention and dissemination of business knowledge

- Cost and process efficiencies

- Innovation and new ways of working

(Note: Not an exhaustive list but with a pretty wide coverage!)

In reality, however, a single platform to achieve these four goals (the ECM strategy of many organizations) has proven to be almost impossible for most. Of the four, ECM has been most successful in providing a platform for compliance (goal 1). The other three are where more challenges are encountered. A centralized platform often requires complex integration to deliver information in the context of user activities and therefore knowledge sharing initiatives (goal 2) have met with slow adoption. A purely centralized platform can also be costly and time consuming to provide new innovation (goals 3 and 4).

I personally have come across very few enterprises in my nearly 20 years in the business who have anything less than three (and often more) of such repositories. A number of which have been the aborted result of a full, “horizontal”, ECM roll out.

The Content Services approach overrules the notion of consolidation for its own sake. It’s strategic, rather than technology oriented and provides an evolved way of thinking about how to solve content related problems. It blends the reality of what is happening now in the digital enterprise and the emerging technology of the near future.

Today’s reality is that organizations are living in a multi repository world. Business buyers want quick wins and actual solutions to business problems now, not platforms that will deliver a compromised solution in 6 months time. This is the role of Content Applications. There are technology platforms emerging and, in limited cases available now, that will enable organizations to gain greater control of these multiple content sources. These types of technology will move beyond a “retrieve and present” approach to an approach where the content is usable and manageable regardless of its source repository. These types of technologies fit into what Gartner defines as Content Services Platforms and Components (Note, this category covers more than just federation technology, more details in the note above).

Using a combination of robust content strategy and federating technology, organizations are better placed to achieve all four of the above stated goals previously associated with ECM. The approach will enable content services to be delivered quickly, cost effectively and to meet emerging business innovations whilst maintaining the appropriate level of governance and compliance. ... " </Zitat>

OK - ECM Enterprise Content Management in seiner ursprünglichen Definition ist nicht mehr zeitgemäß. Aber das Thema der Methoden, Strategien und Technologien nun auf "Content Services" zu reduzieren, ist falsch. ECM ist Infrastruktur geworden und hat damit auch seine Mission erfüllt (siehe z.B. unseren Vortrag zu EIM Enterprise Information Management http://bit.ly/EIM_DrUKff), aber der Begriffsbestandteil "Services" steht nur für "Dienste" und hier ist man gleich auf einer technischen Ebene. Längst geht es auch nicht mehr darum nur "Content" sondern alle Informationen eines Unternehmens zu erschließen. "Content" wird sehr schnell im Sinn von "Web Content interpretiert und zumindest in Deutschland nicht als genereller "Inhalt" verstanden, der Daten und Dokumente einschließt. Nicht nur bei Gartner sondern auch bei AIIM war das Thema ECM zu sehr in Richtung unstrukturierte und schwach strukturierte Informationen orientiert.

Wir sind der Meinung, man sollte von Information Management im Sinne von Verwalten, Erschließen, Bereitstellen, Schützen und Nutzen von Informationen beliebigen Typs innerhalb und außerhalb der Unternehmensgrenzen sprechen: http://bit.ly/1OdzrN4

Das mühsame Finden von neuen Oberbegriffen für Branchendefinitionen liegt bei Gartner auch in deren Organisations- und Kompetenz-Struktur begründet: Archivierung wird wo anders beurteilt als Business Process Management, Enterprise Information Management und ECM. Gartner bringt es nicht fertig, sinnvoll alle zusammengehörenden Technologien und Trends zum Informationsmanagement zusammenzubringen.

Der Begriff "Content Services" ist schlecht, trifft nicht warum es geht und ist so auch für die Anwender nicht hilfreich.

Quelle: (http://bit.ly/Gartner-Content-Services

P.S. Diese Nachricht wird natürlich total überschattet von der Übernahme von CEB durch Gartner für 2,6 Milliarden US-Dollar: http://bit.ly/Gartner-CEB. Dafür verkaufe ich meinen Laden auch ;)

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03-05-2017 05:15

"Systems of Understanding" ... gehts auch einfacher?

Der Versuch, "Content Services" als neue Botschaft anstelle von ECM Enterprise Content Management zu positionieren (siehe http://bit.ly/Content_Services), funktioniert nicht so recht. Zahlreiche Diskussionen pro und kontra finden sich im Web (http://bit.ly/zukunftWECM), ohne dass eine neue, klare Vision sichtbar würde.

John Mancini, Ex-President der AIIM, versucht nun einen anderen Ansatz fortzuschreiben, den AIIM in den vergangenen Jahren als Grundlage für die Entwicklung der Lösungen rund um ECM vorgeschlagen hatte. AIIM hatte die Begriffe "Systems of Record" und "Systems of Engagement" eingeführt und auf einer Zeittafel anschaulich abgebildet (http://bit.ly/SoRSoE0 und http://bit.ly/SoRSoE1). Die Zeittafel endet 2015. Hier ergänzt nun AIIM das Bild der Entwicklung des "Content Management" um eine dritte Ära (http://bit.ly/SoR-SoE-SoU), die 2017 beginnt: "Systems of Understanding". John Mancini macht hier auch deutlich, dass "Content Services" nur einen ganz kleinen Bereich der größeren Vision abdecken kann. Gut ist, dass man sich nicht mehr nur auf Content beschränkt. Aber "Data" allein ist nun auch nicht die Welt - es geht um nutzbare Information, es geht um "Information Management". Der Begriff "Systems of Understanding" ist ebenso sperrig wie "Systems of Record" und "Systems of Engagement". Alle drei Begriffe sind selbst für Brancheninsider sehr "erklärungsbedürftig" und werden außerhalb unserer Filterblase überhaupt nicht verstanden. Richtige Inhalte, aber zu akademisch und zu abgehoben.

Auch aus diesem Vorstoss wird sich keine neue Vision ableiten lassen, hinter der sich gleichermaßen Anwender wie Anbieter versammeln lassen (http://bit.ly/SoU_ECM).

03-02-2017 16:12

Liebe ECM-KollegInnen,
in der XING-Gruppe "Information & Document Management" lief schon vor einiger Zeit die Diskussion um die Frage "was kommt nach ECM?" (https://www.xing.com/communities/posts/ist-der-aktuelle-ecm-ansatz-noch-zeitgemaess-1009787177).
Mittlerweile schlägt das Thema auch international "Wellen", da Gartner mit dem Statement "ECM is dead" (http://blogs.gartner.com/michael-woodbridge/the-death-of-ecm-and-birth-of-content-services/ siehe auch http://www.project-consult.de/in_der_diskussion/gartner_ersetzt_ecm_durch_content_services) einen dicken Stein ins Wasser des Aquariums geworfen hat. "Content Services" soll die "neue Botschaft" sein.
Auf der AIIM-Community-Webseite wurden eine Reihen von Beiträgen zum Thema zusammengestellt (http://community.aiim.org/blogs/marko-sillanpaa/2017/02/27/recap-of-the-war-on-enterprise-content-management-ecm/). Auch John Mancini postete seine Meinung (http://info.aiim.org/digital-landfill/6-personal-observations-about-ecm-and-content-services) ebenso wie wir unsere (http://community.aiim.org/germanydeutschland/blogs/ulrich-kampffmeyer/2017/02/14/ok-ecm-is-dead-but/). In der XING-Ambassador-Gruppe "Content Management" gab es einige Diskussionsbeiträge (https://www.xing.com/communities/posts/content-services-als-nachfolger-anstelle-oder-als-ersatz-von-ecm-1012515659), die die "babylonische Begriffsverwirrung" beleuchteten. In der eigentlich "zuständigen" XING-Gruppe "Information & Document Management" aber praktisch gar keine Reaktion (https://www.xing.com/communities/posts/gartner-ersetzt-den-begriff-ecm-durch-content-services-1012465819).
Ein Ende der Diskussionen in den verschiedenen Kanälen ist übrigens nicht abzusehen - ganz zu schweigen von einer neuen VIsion für die Branche. Aber wen außerhalb der "ECM-Filterblase" interessiert dies überhaupt?
Ulrich Kampffmeyer

01-24-2017 17:17

Most of the current discussions on linkedin, facebook, aiim.org are in English. Here's a short summary of our position (http://bit.ly/ECMisDEAD).

OK - ECM is dead!

But Content Services is no good replacement or successor although AIIM, Forrester, Gartner, IBM and others try to position it as the new direction of the industry in 2017.

Content Services is about technology and functionality and not about strategies and methods. It has no vision, it is not sexy at all. The term is a step backwards. The term is used in the web content & marketing industry for service offerings to create or distribute content. The term leads the industry to a niche, a backwater. ECM always had the ambition to be as important as acronym like ERP, CRM, HR, PLM ... and now content services? Content Services is not the banner for rallying to reach future goals. The idea of services as information management infrastructure always has been part of the ECM model. Nothing new, but now only covering a small part of the overall scope of the original ECM definition. Content Services degrades ECM to a small infrastructure piece of technology. Will we reach management attention with potential buyers with content services? Will content services be on the lists of strategic goals and priorities when investing into digital transformation? Do content services - with their three specifities - have any innovative idea, new function or new benefit? Will there be any interest in joining a kind of AIIM "Content Services Master Courses"? Forget about Content Services - even the "definitions" do not fit (on one hand they talk about "services" combinded with the term "applications" - there are big differences in information architecture and layer models).

And ... ECM will not vanish immediatly but will continue to stay around for a long while.

Lets better talk about "Information Management". We need Information Governance and no Content Governance. There are associations like AIIM Association for "Intelligent" Information Management, there is the CIP Certified Information Professional, there are universities with institutes, scholars and education for information management, there is scientific literature and a broad understanding. Information Management bridges the gap between structured data and unstructured content. We are living in the information age. We are the information society. And Information Management ist needed to deal with the rising flood of data.

https://www.linkedin.com/pulse/gartner-ersetzt-ecm-durch-content-services-ulrich-kampffmeyer

01-17-2017 05:19

ECM ist tot? Aber Content Services ist nun wahrlich keine geeigneter Nachfolger! (http://bit.ly/Gartner-Content-Services)

"ECM is dead" lautete die Botschaft von Gartner. ECM-Technologien sind nach unserer Meinung eher das Herz, der Kern, die notwendige Infrastruktur eines übergreifenden Information Management. Aber nun heißt es erst einmal abwarten, ob die Bestrebungen von Gartner, IBM (IBM will eine massive ganzjährige Kampagne fahren https://twitter.com/ibmcontentsvcs) und auch AIIM (Atle Skjekkeland https://twitter.com/skjekkeland/status/819899465196797958 macht schon die ersten Workshops zu Content Services) die Branche in die gewünschte Richtung treiben.

Die Wortschöpfung "Content Services" hilft nicht weiter wie auch ein Blick in die Übersetzungshilfe von Linguee (http://www.linguee.de/englisch-deutsch/uebersetzung/content+services.html) zeigt. Content Services bedeutet alles Mögliche, jedoch - noch nicht? - was sich die Protagonisten bei Gartner gewünscht hätten. Die Trennung von unstrukturiertem "Content" von strukturierten Daten ist doch zudem längst obsolet. Content Services degradiert den Anspruch von ECM Enterprise Content Management auf technische Services. Das kann man mit ECMS Enterprise Content Management Systems machen jedoch nicht mit Enterprise Content Management als Strategie und Methode. ECM hatte immer den Anspruch in der Wahrnehmung im Markt eine ähnliche Bedeutung wie ERP, CRM, PLM, HR und ähnlich Begriffe zu erlangen. Dies hat nicht geklappt. Und mit mit "Content Services" wird es noch weniger klappen, denn Content Services beinhaltet keinerlei Vision. Content Services ist nicht das Banner, unter dem sich Anbieter wie auch Anwender versammeln werden. Content Services stellt einen Rückschritt dar. Im Web und Content Management Umfeld steht dies für Dienstleistungen und wie man diese eingeführte Begrifflichkeit "umdrehen" will - nun gut. Content Services führt in die Irre und ist unter Marketing-Gesichtspunkten schon gar nicht "sexy".

Bei PROJECT CONSULT bleiben wir bei Information Management als übergreifenden, ganzheitlichen Begriff für die Verwaltung und Erschließung von Information (oder enger gefasst Enterprise Information Management http://bit.ly/EIM_model). Schließlich sprechen wir ja auch von Informationsgesellschaft (Information Society) und Informationszeitalter (Information Age). Es gibt Lehrstühle für Informationswissenschaft, Methoden wie Mike2 für Enterprise Information Management, Zertifikate zum Certified Information Professional, Berufe wie Informatiker und Informationswissenschaftler, usw. usw. Information Management ist als Begriff eingeführt.

01-13-2017 05:58

"The Death of #ECM & the Rise of #ContentServices" - ein paar Diskussionsbeiträge auf LinkedIn http://bit.ly/2in2fe1 (inkl. Kommentar von Hanns Köhler-Krüner, Gartner), XING Community Information & Document Management http://bit.ly/XIDM-ContentServices und in unserem Blog http://bit.ly/Gartner-Content-Services